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Was ist Tango
Argentino
Tango wird meist mit zackigen, reißenden Kopfbewegungen verbunden, welches
aber der standardisierte Tango ist, wie Sie ihn vielleicht von der Tanzschule
kennen. Er hat jedoch nichts mehr mit dem ursprünglichen Tango aus Buenos
Aires gemein, der von Hingabe, Sinnlichkeit, und Rücksichtnahme auf die Frau
gekennzeichnet ist. Der Tango ist der wohl sinnlichste und
leidenschaftlichste aller Paartänze.
Man kennt beim argentinischen Tango keine festen oder verabredeten
Schrittfolgen, grundsätzlich wird jeder einzelne Schritt geführt. Diese
starke Betonung der Improvisation erfordert von Führenden und Folgenden ein
hohes Maß an Aufmerksamkeit und Einfühlungsvermögen, bietet dafür aber das
unvergleichliche Erlebnis einer höchst abwechslungsreichen und intensiven
nonverbalen Kommunikation. Im Idealfall erreicht man eine Verschmelzung der
Bewegung, die einmal als "Körper mit vier Beinen" umschrieben
worden ist. Durch die fehlende Festlegung auf feste Schrittmuster ist es
einem Tangotänzer auch problemlos möglich, tausende Kilometer von seinem
Heimatort entfernt eine ihm unbekannte Tangotänzerin aufzufordern und mit ihr
zu tanzen.
Die "Tango-Show" besteht aus Choreographien, die zuvor für eine
Vorstellung eingeübt wurden, aber trotzdem geführt sind, während der Tango in
den Salons, wie auch bei uns, von Menschen ohne professionelle Tanzausbildung
und ohne Rücksicht auf Alter oder soziale Herkunft getanzt wird. Mittlerweile
wird der Tango nicht nur in Buenos Aires, sondern auf der ganzen Welt auf
diese Art getanzt und wurde Ende 2009 zum Weltkulturerbe erklärt.
Tourneen argentinischer Shows wie "Tango
Argentino", "Tango Pasión" und "Tango x2" hatten
große internationale Erfolge zu verzeichnen.
Der Tango,
eigentlich ein Volkstanz, wird in seinen Grundprinzipien rasch erlernt. Jeder
kann, je nach seinen Bedürfnissen, nach mehr oder weniger Perfektionierung
streben. Die Weiterentwicklung hört jedoch niemals auf, so lange man tanzt.
So wird der Tango nie langweilig, selbst wenn man ihn sein ganzes Leben tanzt.
Wo tanzt man Tango
Tangotänzer (als Tanguera
und Tanguero bezeichnet) treffen sich zu Milongas (Tanzabend) um zu tanzen.
Der Ort selbst, Cafe, Halle, Studio etc. wird ebenfalls Milonga genannt. Es wird Tango, Vals (Walzer) oder die schnellere Milonga (hier ist die
Musikrichtung gemeint) gespielt. Jeweils drei bis fünf Musikstücke eines
Stils, eines Orchesters oder einer Aera bilden sogenannte Tandas, die durch
kurze Intermezzi (Cortinas) musikalisch unterbrochen werden können. Auf
traditionellen Milongas in Argentinien wird durch die Aufnahme von
Blickkontakt (Mirada) und anschließendem Kopfnicken (Cabeceo) zum Tanz
aufgefordert, wobei im Normalfall stets der Mann die Frau auffordert. Sich zu
trennen während eine Tanda noch nicht zu Ende gespielt wurde - oder gar vor
dem Ende eines Stückes - gilt als unhöflich und demütigend. Bei weniger
traditionellen Milongas werden diese Rituale allerdings nicht so wichtig
genommen, bzw. bei so genannten Alternativmilongas sogar völlig aufgehoben.
Bei solchen Milongas werden oft ausschließlich Elektro-Tangos oder sogar dem
Tango völlig fremde Popmusik gespielt. Unsere Milonga ist eine traditionelle
Milonga mit ca. 10% Alternativtangos.
Milonga und Vals
Obwohl ein erfahrener Tänzer diese Musikrichtungen
unterschiedlich umsetzen wird, bleibt die grundlegende Technik doch dieselbe.
Es werden im Prinzip die
Elemente des Tango eingesetzt, allerdings mit anderen Betonungen und in
anderen Geschwindigkeiten. Man lernt deshalb nicht drei
verschiedene Tänze, sondern eine Tanztechnik, die man je nach Bedarf an die
Musik anpasst.
Woher kommt der Tango
Der Tango Argentino entstand
Ende des 19. Jahrhunderts am Rio de la Plata in den Einwanderervierteln der
Städte Buenos Aires und Montevideo. Seine mittlerweile mehr als
hundertjährige Tradition gewann in den letzten Jahren immer mehr an Bedeutung
und begeistert die Menschen sowohl in seinem Ursprungsland Argentinien, als
auch in Europa und Asien. Am Beginn war der Tango Tanz der sozialen
Unterschicht, seine eigentliche Heimat waren Hafenkneipen und eine durch die
männlich dominierte Einwandererstruktur blühende Bordellszene. Bedingt durch
die soziale Aufwertung der Immigranten und den Erfolg des Tango in Europa in
den 20er und 30er Jahren des 20. Jahrhunderts, hielt der Tango auch in Buenos
Aires Einzug in die Oberschicht, wo alle aus Paris kommenden Moden
mitzumachen, zum guten Ton gehörte. So wurde der Tango auch in seiner Heimat
gesellschaftsfähig.
Über Musikalität und Tanz
Die wichtigste Herausforderung eines jeden Tänzers (jeder Tänzerin) ist
in der Musik zu tanzen. Missachtet er diesen Punkt so tanzt der Leib und
nicht die Seele und das Herz. Tanzt der Tänzer aber mit Hingabe zur Musik und
zum Partner, so wird das Tanzpaar von Magie and Anmut umhüllt. Die Töne,
Rhythmen, Melodien, Akzente bekommen Form und werden Bilder und Gefühle.
In der Musik zu tanzen ist nicht das Abtanzen von komplizierten
Figurenfolgen. Mit der Musik zu tanzen heißt vielmehr, sich ihr voll und ganz
hinzugeben und sich von ihr tragen zu lassen. Öffnen wir der Musik unser
Herz, so fliessen die Klänge in uns hinein, durchdringen unsere Seele und
inspirieren unseren Tanz.
Wie in der darstellenden Kunst gibt es auch in der Musik Gesetzmäßigkeiten.
Diesen nachzugehen lohnt sich, denn sie helfen uns die Struktur und Merkmale
der Musik besser und schneller zu erfassen und im Tanz einzusetzen.
Dieses Gefühl zu erreichen, ist wohl der Traum der meisten Tangotanzenden,
ohne dieses Gefühl tatsächlich zu kennen. Jeder macht sich zwangsläufig seine
eigenen Vorstellungen und versucht, sich diesem höchstpersönlichen
Gedankenmuster zu nähern. In der Entwicklung vieler Tangotanzenden verändert
sich noch dazu öfters die Zielvorstellung. Alex hat sich ebenso entwickelt
und ist überglücklich, endlich seiner Traumvorstellung einen großen Schritt
näher gekommen zu sein. Weitere
Details von Alex
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